Montag, 16. Januar 2017

Was ist mit unserer Angst?

Beginnen sich unpolitische Menschen für Politik einzusetzen, dann muss irgendetwas im Argen liegen. Zu meinem Geburtstag waren meine Mama und meine beste Freundin bei uns. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, doch es endete damit, dass meine Freundin und ich meine Mutter versuchten, von der Notwendigkeit des Wählens zu überzeugen.



Meine Mama hat die Nase voll von Politikern und streikt.
Wofür soll ich wählen, die machen doch nur, was sie wollen.
Gutes Argument, leider zählt jede Stimme, denn jede nicht abgegebene Stimme kommt Parteien zugute, die nicht gewählt werden sollten.

Meine Freundin ist wirklich kein politischer Mensch, doch sie schritt sofort ein und sagte: „Mama du musst wählen!“
Wir waren uns sogar einig, dass wir etwas wählen würden, was wir nie wählen würden, nur um ein Gegengewicht zur AfD zu unterstützen. Das kann eigentlich nicht richtig sein. Unsere Wahlmotivation ist die Angst, auch das kann nicht richtig sein, aber so ist es.

Wutbürger. Die Sorgen der Bürger ernstnehmen. Besorgte Bürger. All diese Begriffe beziehen sich auf den Versuch, den Zuwachs an AfD-Wählern zu erklären.
Ich bin dafür, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. Meine Mama ist 81 Jahre jung und ihre Rente ist ein Witz, obwohl sie ab ihrem 14 Lebensjahr gearbeitet und 5 Kinder großgezogen hat. Von den sagenhaften Rentenerhöhungen kann sie sich gerade mal einen Cappuccino leisten. Selbstständigen wird das Leben durch die Bürokratie auch nicht gerade leichter gemacht. Das Internet und die Arbeit über/durch/mit selbigen sollte in vernünftigem Rahmen anerkannt werden. Es gibt viele Punkte, die Beachtung verdienen und ich wäre froh, wenn es eine Partei geben würde, die sich mit diesen Belangen beschäftigt und die ich aus Überzeugung wählen könnte. So eine Partei gibt es jedoch nicht. Dafür scheint es einen Rechtsruck zu geben, überall.

Meine Freundin und ich wählen nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst.
Was uns Angst macht?
Die Ausländer nehmen uns die Jobs weg. Die Ausländer sind alles Verbrecher. Brennende Asylbewerberheime. Ein Zuwachs an rechtsradikalen Übergriffen. Das Zählen von Homosexuellen. Die Abschaffung des Feminismus. Unterschwelliger Hass.
Die Wahl von Trump hat bei einigen Menschen in den USA den Hebel umgelegt, sie sind der Meinung, nun endlich ihren Hass gegen Jeden ausleben zu dürfen.
Wir haben Angst, dass die AfD als solch eine Legitimation auch in Deutschland gesehen wird. Ich glaube, ich habe es bereits einige Male erwähnt, mein Freundeskreis bestand und besteht zum größten Teil aus “Ausländern“.
Warum die Anführungsstriche?
Weil fast alle, die ich kenne, in Deutschland geboren sind. Ihre Haut-, Augen- und Haarfarbe ist nur etwas dunkler, oder ihre Augenform ein bisschen anders. Sie sind Deutsche, bleiben aber für die meisten Deutschen “Ausländer“.
Ich habe miterlebt, wie Freunde von Nazis angemacht wurden, ich wurde von Nazis angemacht. Ich habe unterschwelligen und offensichtlichen Rassismus gesehen. Ich wurde beschimpft, weil mein erster Freund ein Chinese war. Weil ich mit einer Freundin Hand in Hand rumgelaufen bin, hat man uns als Lesbenpack bezeichnet.
Ich bin Feministin, für Gleichberechtigung und die Ehe für alle. Ich habe und hatte Freunde/Bekannte, die homosexuell sind. Als Jugendliche war ich auf Frauenschwofs und in Regenbogendiscos.
Ich habe Angst um meine Freunde und Bekannten, um die Familie. Ich habe Angst davor, dass wir Rückschritte machen und das Grundgesetz “Alle Menschen sind gleich“ bald noch weniger zählt als heute.
Es macht mir Angst, wenn Menschen anderen wünschen, sie mögen zu Silvester vergewaltigt werden, damit sie die ausländische Bedrohung erkennen. Es macht mir Angst, dass Menschen scheinbar kein Mitgefühl für andere Menschen haben, die vor Elend und Krieg flüchten mussten.
Es macht mir Angst, dass scheinbar nur eine kleine Menge bereit ist, fünf Minuten nachzudenken.

Bin ich jetzt ein besorgter Bürger, der mit seinen Ängsten ernstgenommen werden sollte?


Ich wünsche Euch einen angstfreien Tag.

Angela

Freitag, 13. Januar 2017

Mein neues Buch ist fertig

buch und katze
Testleser
Ich hatte es auf Facebook bereits geschrieben, mein neues Buch ist fertig und liegt gerade im Korrektorat. Ich bin gespannt auf die Stimmen der Testleser.


Den Titel verrate ich euch erst, wenn das Cover steht.
Der Titel war ein harter Kampf, ich habe zwei Monate an dem Buch geschrieben und in der Zeit den Titel immer wieder verändert. Nun steht er und sogar meine extrem kritische Freundin findet ihn gut.

Um was für ein Buch handelt es sich?

Es ist ein Sachbuch.
Irgendwie bin gerade auf dem Sachbuch-Schreib-Trip. Dieses Mal ist es ein Leitfaden durch den Selbsthilfe-/Eso-/Coaching-Dschungel geworden.
Ich lese gerne Sachbücher und ich habe recht viele Selbsthilfe- und Esoterikbücher. Seit einiger Zeit war ich wieder vermehrt in der Szene unterwegs und mir sind einige Dinge aufgefallen, die ich sehr schwierig finde. Besonders stark ist mir der Widerspruch zwischen der Forderung nach Individualität und das Anwenden von Schema F aufgefallen.

Während ich das Buch schrieb, meine Erfahrungen und Beobachtungen zum Besten gab, entwickelte ich eine eigene Theorie. Eigentlich zeigte sich plötzlich ein Muster hinter meinem Vorgehen. Das war spannend.

Ebenso spannend war das Phänomen der Überraschung, das bei jedem Buch einsetzt. Das Buch ist fertig, es darf sich ein paar Tage ausruhen, dann kommt die erste Überarbeitung, das erste Mal komplett lesen. Dabei stellt sich mir jedes Mal die Frage; Habe ich das geschrieben?
Es ist ganz merkwürdig, mein Stil passt sich an die Geschichte an. Die Worte, die Länge der Sätze, die Länge oder Kürze der Beschreibungen verändert sich mit der Geschichte, die erzählt werden will. Natürlich erkenne ich bestimmte Muster meiner Art zu schreiben, trotzdem entsteht beim ersten Lesen dieses Gefühl von Verblüffung. Manche Dinge weiß ich nicht mehr, dann stutze ich, bin überrascht.
Nicht falsch verstehen, dass ist kein Eigenlob. An manchen Stellen denke ich mir nämlich auch; Ich weiß, was du sagen wolltest, aber das hast du mal so richtig vermurckst.

Vor einigen Wochen hatte ich die ersten zwei Kapitel zum Probelesen herausgegeben und ein bisschen Kritik eingesteckt. Ich sei zu kritisch, würde damit einige Leute abschrecken. Diese Anmerkung nach ich mir zu Herzen und las die ersten beiden Kapitel erneut. Ich war darauf eingestellt sehr sarkastisch und kritisch rüberzukommen, doch war das Gegenteil der Fall. Es war sehr zahm geschrieben, viel zahmer als ich es selbst in Erinnerung hatte.

Nun bin ich gespannt, was die Testleser sagen. Irgendwie werde ich allerdings das Gefühl nicht los, dass es wieder auf Gegensätze hinauslaufen wird. Entweder man mag es oder man mag es nicht.

Ich werde ab Sonntag jeden Tag ein Zitat aus meinem neuen Buch twittern, auf Facebook oder Instagram posten. Natürlich möchte ich euch damit neugierig machen! Es steckt aber noch etwas anderes dahinter. Ich möchte damit zum Nachdenken anregen und vielleicht ab und an ein bisschen gute Energie verbreiten.


Ich wünsche Euch einen energetisch guten Tag.

Angela

Montag, 9. Januar 2017

Warum ich Netflix klasse finde und ein neues Projekt


Eins der Argumente, warum wir gezwungen werden jeden Monat fast 18 € GEZ zu zahlen, ist die Schaffung von gutem Bildungsfernsehen. Damit sind nicht nur Serien, Sendungen oder Filme gemeint, bei denen man das Alphabet lernt, sondern auch Werte vermittelt werden. Meiner Meinung nach ist Netflix in dem Punkt ganz weit vorn. Freundschaft, Akzeptanz, Gerechtigkeit, Abbau von Vorurteilen, Geleichberechtigung und das alles verpackt in geniale Serien, Dokumentationen und Filme.

Einige Serien, die wir über Weihnachten entdeckt haben sind;
Dirk Gently’s holistische Detektei
Die Serie basiert auf den Büchern von Douglas Adams und ist ziemlich abgedreht. Es geschieht ein Mord, in einem Hotel und diesen gilt es aufzuklären, oder zu verhindern?
Es gibt jede Menge Action, schrägen Humor, für mich persönlich ein bisschen viel Gewalt und einen Hund und eine Katze.
Klingt nicht nach Bildungsfernsehen. Das, was ich aufgezählt habe sind jedoch nur die Elemente, die die Geschichte transportieren. Es geht um Freundschaft, sich und anderen verzeihen, das Beste aus sich herausholen, an sich glauben.

One Day at a Time
Eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern meistert ihren Alltag mit der Tatkräftigen Unterstützung ihrer Mutter. Ja, das hat mich auch nicht wirklich angesprochen, weil es so klang, als wäre es der hundertste Abklatsch des Themas. Ich brauchte etwas Leichtes, etwas, dass mich ablenkt und runterbringt, also schaute ich rein und wurde mehr als überrascht. Es geht um starke Frauen und das Problem, was sie tun sollen, wenn sie sich mal überhaupt nicht stark fühlen. Die Oma ist in Cuba geboren und mit 15 nach Amerika gekommen. Die alleinerziehende Mutter war als Sanitäterin im Krieg und schleppt einiges mit sich rum. Die Tochter ist ein feministischer Öko und der Sohn, sollte sich seine Freunde besser aussuchen.
Es werden heikle Themen angesprochen, immer von verschiedenen Standpunkten aus. Die Serie ist laut und witzig, doch nicht so leicht, wie ich gedacht hatte. Was tun, wenn der Krieg einen selbst im Frieden verfolgt? Was tun, wenn man aufgrund seines Geschlechts oder seiner Herkunft Nachteile oder Vorteile erfährt?
Eine tolle Serie.

Wo ich mal wieder bei dem Thema starke Frauen bin … Ich beteilige mich an einem Projekt, bei dem verschiedene Blogger Bücher mit starken Frauen vorstellen. Wie es genau ablaufen wird und zu welchem Zeitpunkt teile ich euch noch mit.


Ich wünsche Euch einen serienhaften Tag.

Angela

Donnerstag, 5. Januar 2017

Kritik, oder was stimmt nicht mit mir?


Eigentlich sehnt sich alles in mir nach Urlaubsmodus, bzw. nach einem ruhigen Ausklang des Weihnachtsurlaubs, irgendwie klappt das nur nicht. Statt motiviert meine Arbeit zu planen, bin ich erkältet, mache mir Sorgen um meine Mutter, die momentan im Krankenhaus ist und beschäftige mich mit der Frage, ob ich überkritisch bin.

Wie kam es zu der Frage?
Es kam zu der Frage, weil ich auf einen Post aufmerksam gemacht worden bin, der dazu aufrief, sich zu melden, wenn man ein Buch (Erscheinungsjahr 2016/2017) mit dem Thema starke Frauen vorstellen möchte.
Das sprach mich natürlich an. Ich lese gerne Bücher mit facettenreichen Frauen, sie tauchen in meinen eigenen Büchern auf und es finden sich ziemlich viele Post zu dem Thema auf meinem Blog.
Ich meldete mich auf den Post, stellte mich vor und wurde kritisiert. Erst dachte ich mir, dass ich die Sache vielleicht falsch interpretiere, weil ich gerade emotional ein bisschen angeschlagen bin, musste jedoch feststellen, dass das nicht der Fall war.

Heute Morgen fragte ich meine bessere Hälfte, ob ich überkritisch sei?
Er sagte, dass dem nicht so wäre, allerdings war ich mit einem Fön bewaffnet …
Damit war seine Aussage noch nicht beendet, so etwas hört man ja meistens raus. Nach kurzem Zögern fügte er hinzu, ich sei nicht überkritisch, allerdings kritisch, oft berechtigterweise.
In der Esoterikszene wird gesagt, dass man Dinge, die man aussendet, anzieht. Bist du kritisch, wirst du auch kritisiert.
Wobei dieser Gedanke einen kleinen Haken hat, nicht alles ist magnetisch. Ich glaube nicht, dass ein Literatur-, Restaurant- oder Theaterkritiker ständig kritisiert wird.

Irgendwas stimmt jedoch nicht. Ich habe vor einiger Zeit mein Profilbild geändert, aus rein praktischen Gründen (Einheitlichkeit). Ich habe mir nichts dabei gedacht, nichts erwartet und nicht um Meinungen gebeten. Ich habe es einfach nur geändert und bin dann zur nächsten Arbeit übergegangen.
Der erste Kommentar unter dem Bild war Kritik.
Wie kann das sein? Andere Menschen ändern ihr Profilbild und bekommen 20 Kommentare, in denen davon geschwärmt wird, wie hübsch das Foto sei.

Was stimmt da bitte nicht? Ich bemühe mich stets höflich und freundlich zu sein. Es stimmt, ich kann auch ruppig werden. Ich bin keine Heilige. Nur warum herrscht bei mir so ein Ungleichgewicht? Komplimente, Anerkennung, nette Worte sind rar gesät, dafür werde ich bei Dingen kritisiert, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte.

Klingt so, als würde ich nicht besonders gut mit Kritik umgehen können. Ich werde nicht gern kritisiert, natürlich nicht, trotzdem hinterfrage ich sie.
Ist die Kritik individuell oder allgemeingültig? Kann ich etwas an dem kritisierten Punkt ändern und will ich das?

Ein Beispiel. Ich liebe lange Sätze. Emma und der Fluch der Haguzza war fertig, ich gab ihn meiner besten Freundin zum Lesen.
Deine Sätze sind zu lang!
Ich mag lange Sätze, sie bevorzugt kurze Sätze.
Eine individuelle Kritik.
Das ist ein Jugendbuch, da kannst du keine Sätze verwenden, die eine halbe Seite lang sind.
Die individuelle Kritik wurde zu einer allgemeingültigen Kritik, die ich beherzigte, was “einmal komplett umschreiben“ bedeutete.
Die Sätze gingen übrigens nicht über eine halbe Seite, wir nutzen öfter Übertreibungen zum Verdeutlichen unseres Standpunkts.

Was stimmt nicht? Ich verstehe, dass ich kritisiert werde, wenn ich kontroverse Themen anspreche (die für mich überhaupt nicht kontrovers sind), aber bei Dingen, bei denen ich nicht einmal Erwartungen in irgendeiner Richtung habe?

Ich bilde mir ein, dass ich ein Mensch bin, mit dem man reden kann. Wenn ich etwas sage oder tue, was den anderen verletzt, dann bitte ich darum, dass wir darüber reden. Nur, wenn ich weiß, was ich in dem Zusammenhang nicht richtiggemacht habe, kann ich auch darauf achten. Wenn ich jemanden um seine Meinung bitte, dann möchte ich sie hören. Ich höre Kritik und überprüfe sie. Doch manchmal verzweifle ich ob des Ungleichgewichts und frage mich, was mit mir nicht stimmt.


Ich wünsche Euch einen kritikfreien Tag.

Angela

Montag, 2. Januar 2017

Frohes Neues Jahr mit einem Rebuy-Unpacking



Ich wünsche Euch allen ein gutes und wunderbares neues Jahr.

Beginnen wir mit einem Video, einem Video, das eigentlich bereits online sein sollte, deswegen auch die Erwähnungen von Adventskalender, Adventszeit und Weihnachten.
Manchmal muss man von seinen Listen halt abweichen und dann muss improvisiert werden.

Ich hoffe, ihr habt trotzdem Freude an dem Video und natürlich an den Büchern, die ich euch vorstelle.


Agatha Christie
Lauter reizende alte Damen
Alter schützt vor Scharfsinn nicht
Ein Mord wird angekündigt

Mary Westmacott
Ein Frühling ohne Dich
Sie ist meine Tochter
Das unvollendete Porträt

Autor: P.G. Wodehouse
Titel: Reiner Wein
ISBN: 9783518461044

Autor: Chris Priestley
Titel: Schauergeschichten (Aus dem Schlund des Tunnels)
ISBN: 9873827055026

Autor: Catherynne M. Valente
Titel: Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte
ISBN: 9783499216329

Autor: Signe Pike
Titel: Feenstaub (Mein Leben mit den Elfen)
ISBN: 9783793422259

Erwähnte YouTube-Kanäle
Glimmerfeen
CocuriRuby


Ich wünsche Euch einen booktubigen Tag.

Angela

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Na? Weihnachten gut überstanden?

Angela Gaede

Unser Tannenbaum steht noch, der Mandarinen-Schutzkreis hat seine Kraft voll entfaltet, vor allem bei unserem kleinen Spring ins Feld.
Was neben lecker Essen und Tannenbaum-Schmücken nicht fehlen durfte, waren einige Weihnachtsklassiker der Filmgeschichte.

Ist das Leben nicht schön mit James Stewart und Donna Reed.

Der Kleine Lord von 1980

Drei verschiedene Versionen von A Christmas Carol (Charles Dickens)

Warum erzähle ich euch etwas, dass ich euch schon hundert Mal erzählt habe?
Weil mir etwas bewusst geworden ist.

Ich sehe spezielle Filme so gerne, weil sie mich an etwas erinnern. Das ist auch der Grund, warum ich Bücher liebe. Geschichten lassen mich manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Sie helfen mir, mich an bestimmte Dinge zu erinnern.

In A Christmas Carol gibt es die Szene, in der Scrooge vom Geist der diesjährigen Weihnacht daran erinnert wird, dass man erst denken und dann reden sollte.
Am Anfang der Geschichte wird Scrooge gebeten eine Spende zu entrichten. Er weist darauf hin, dass es Gefängnisse und Armenhäuser geben, die er mit seinen Steuern finanziere. Darauf erwidert einer der Spendensammler, dass viele der Armen lieber erfrieren oder verhungern als in so ein Armenhaus zu gehen. Keine schlechte Wahl entgegnet Scrooge, so würde der Überbevölkerung Abhilfe geschaffen werden.
In der Szene mit dem Geist der diesjährigen Weihnacht, sieht Scrooge der Weihnachtsfeier seines Angestellten zu. 6 Kinder und wenig Geld, doch alle sind zufrieden, weil sie sich haben. Eines der Kinder ist krank und Scrooge fragt besorgt, ob es überleben wird. Wenn sich nichts verändert, dann wird der Stuhl leer bleiben beim nächsten Weihnachtsfest, sagt der Geist. Aber was macht das schon, so wird der Überbevölkerung Abhilfe geleistet, fügt er noch hinzu.
Scrooge ist gar nicht angetan davon, dass seine Worte nun gegen ihn verwandt werden.

Es ist leicht über eine gesichtslose Masse zu urteilen oder Dinge nachzuplappern. Es ist leicht seine Gefühle abzuschalten, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, genau hinzusehen oder 2 Minuten nachzudenken.

Ist man viel im Internet unterwegs (besonders in den Sozialen Medien), bekommt man … Nicht man! Ich bekomme schlechte Laune, habe das Gefühl, die Menschen sind nur zu Hass und Gemeinheiten fähig. Um nicht in diesem Gefühl unterzugehen, brauche ich ein Gegengewicht. Ich brauche Geschichten, die von Freundschaft, Hoffnung, Verständnis und Liebe handeln.

Die Frage ist, gibt es all diese Dinge in Wirklichkeit?
Wenn der kleine Lord älter wird und herausbekommt, dass sein Großvater gegen seine Mutter war, liebt er ihn dann immer noch ohne Vorbehalte?
Ich weiß es nicht. Ich spüre nur, dass ich diese Geschichten brauche, um zu glauben. Wenn es in der Phantasie existiert, dann vielleicht auch im realen Leben.

Das klingt nicht nur spleenig, das ist es auch, für mich ist das okay. Wahrscheinlich, weil Geschichten ein Teil meines Wesens sind.
Erzähle ich, dass ich Schriftstellerin, Geschichtenerzählerin bin, dann verdrehen manche Menschen die Augen. Schon wieder so jemand, der meint Schreiben zu müssen.
Ich schreibe nicht aus Langeweile. Es sind keine leeren Worte, wenn ich sage, dass ich Geschichtenerzählerin bin. Geschichten, Bücher, das Schreiben, all das sind Teile von mir. Seit ich mich erinnern kann, denke ich in Geschichten. Ich sehe, rieche, fühle oder höre etwas und plötzlich entfaltet sich vor meinen Augen eine Geschichte (oder Teile einer Geschichte).

Meine Schulzeit war nicht einfach. Der Schulweg (Grundschule) führte mich an einigen Plätzen vorbei, die ich lieber gemieden hätte. In der 5 und 6 Klasse war ich die meiste Zeit damit beschäftigt, nicht verprügelt zu werden. Das einzige, was mir half, waren die Geschichten, die mich umgaben. Ich flüchtete nicht vor Halbstarken, sondern vor Piraten, dem Sheriff von Nottingham, Werwölfen oder …
Ich flüchtete immer noch, trotzdem machte es die Sache … nicht leichter, es gab mir Hoffnung, unbeschadet zur Schule und zurück zu gelangen.

Eigentlich wollte ich nur sagen, dass es gut ist, ab und an eine andere Sicht der Dinge einzunehmen, Filme und Bücher können dabei helfen. Soll noch einer sagen, ich kann es nicht auf den Punkt bringen.


Ich wünsche Euch einen geschichten-inspirierten Tag.

Angela